Herstellung von Zellen/Gewebe

Die Gewinnung und Verarbeitung von Stammzellkonzentraten erfolgt gemäß dem österreichischen Gewebesicherheitsgesetz (GSG) und den dazugehörigen Verordnungen (ausgehend von EU-Recht). Die Betriebsbewilligung nach GSG der UBT Graz trägt die Lizenznummer 680063.

Wir unterscheiden bei der Blutstammzelltransplantation

  • Autologe Stammzelltransplantation:
    Die Patientin/der Patient spendet für sich selbst. Die Zellen werden anschließend eingefroren. Die Rückgabe erfolgt nach einer Hochdosis-Chemotherapie. Einsatz vor allem bei folgenden Krankheiten: Multiples Myelom, Non-Hodgkin-Lymphom, Tumore des Kindesalters, schwere Autoimmunerkrankungen.
  • Allogene Stammzelltransplantation:
    Die Spenderin/der Spender spendet für die Patientin/den Patienten. Die Spender sind entweder Schwester/Bruder der Patientin/des Patienten oder stammen aus dem internationalen Stammzellspenderegister (weltweit >15 Millionen Spender). Die Transfusion der gewonnenen Zellen an die Patientin/den Patienten erfolgt nach einer Qualitätskontrolle bereits am Tag der Spende oder am Folgetag. Einsatz vor allem bei akuter Leukämie, Knochenmarksaplasie, schweren angeborenen Immunschwächekrankheiten.

 

Gewinnung von Blutstammzellen
  • Stammzellapherese am Zellseparator
    2 Nadeln müssen in große Venen in der Ellenbeuge gesetzt werden. Bei schlechten Venen muss ein „zentraler Venenkatheter“ in eine große Vene (z.B. unter dem Schlüsselbein) gesetzt werden. Mittels Zentrifugation werden die Zellen  aufgetrennt und gesammelt. Dauer der Spende ca. 4 Stunden. Die Spenderin/der Spender kann anschließend wieder nach Hause gehen (oder auch auf die Station rücktransferiert werden). Sammelvolumen ca. 250 ml.
 Stammzellspende ambulant.jpg
  • Bei der Knochenmarkspende im OP in  Vollnarkose werden ca. 1,5 l Knochenmarksflüssigkeit mittels dicker Hohlnadeln aus dem hinteren Beckenkammknochen herausgesaugt und filtriert. Die Spenderin/der Spender bleibt eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus.

 Knochenmarkspende1.jpg

  • Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut (od. Plazentarestblut) nach der Geburt: Im restlichen Blut der Plazenta (Mutterkuchen) nach der Geburt befinden sich meist ebenfalls genug Blutstammzellen, um damit eine Stammzelltransplantation durchführen zu können. Dieses Blut kann gewonnen und eingefroren werden und später einer passenden Patientin/einem passenden Patienten transfundiert werden.

Stammzellen_Nabelschnurblut.jpg 

 

Verarbeitung von Blutstammzellen

Die gewonnenen Blutstammzellkonzentrate können, wenn notwendig, weiterverarbeitet werden. Die Verarbeitung erfolgt steril im Stammzell-Reinraum (ausgestattet mit Schwebstofffiltern und Überdruckkaskade). Folgende Verarbeitungsschritte werden an der UBT Graz durchgeführt:

  • Immunmagnetische Positivselektion: Hochreinigung von Stammzellen, um unerwünschte Zellen unspezifisch zu reduzieren (Reduktion bis 99,99%)
  • Gezielte immunmagnetische Depletion von unerwünschten Zellen bei Beibehaltung aller anderen Zellreihen inkl. der Stammzellen
  • Einsatz dieser Techniken sowohl vor allogener als auch vor autologer Transplantation
  • Krykonservierung (Zusatz von Gefrierschutzmittel, anschließend computergesteuerter Einfriervorgang)
  • Lagerung im flüssigen Stickstoff bei -196°C (bis 10 Jahre)

Stammzellbeutel nach dem Einfrieren

Stammzelle_gefroren.jpg
 

 

Anwendung von Blutstammzellkonzentraten

Vor der Rückgabe von kryokonservierten Konzentraten erfolgt das Auftauen des Beutels schonend im Überbeutel. Die Transfusion erfolgt mittels Transfusionsfilter in die Vene der Patientin/des Patienten.

 Stammzelle_aufgetaut1.jpg

 



 

 

Bereichsleitung:
OA Dr. Konrad Rosskopf
Tel.: +43 (316) 385 - 83067
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Letzte Aktualisierung: 09.02.2015